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Chemische und flüchtige (volatile) Schadstoffe

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Erklärung

Die Haut als primäre Barriere zwischen der Umwelt und dem Körper ist täglich Verschmutzungen ausgesetzt. Einen großen Teil der Luftverschmutzung machen chemische und volatile Schadstoffe aus. Zu diesen gehören Gase wie Kohlenmonoxid, Stickstoffdioxid, Ozon oder Schwefeldioxid. Weiter gehören zu dieser Stoffklasse auch halbflüchtige organische Verbindungen wie zum Beispiel Diethylphtalate, oder Polyzyklische Kohlenwasserstoffe (PAKs). Viele Verbindungen entstehen beim Verbrennen fossiler Brennstoffe, als Autoabgase, beim Entstehen von Rauch, oder beim Zerfall von diversen Chemikalien [1]. Chemische und flüchtige Schadstoffe erreichen die Haut direkt. Chemische Schadstoffe sitzen oft auf Feinstaubpartikeln (Particulate matter). Es wurde weiter gezeigt, dass durch volatile Schadstoffe hervorgerufene Hautschäden durch UV-Licht (vor allem UVA) verstärkt werden können [2].

 

Auswirkung für die Haut

Zu Auswirkungen auf den Hautmetabolismus wurden Untersuchungen mit Zigarettenrauch, Ozon oder polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) gemacht. Eine Hauptauswirkung von Schadstoffen auf die Haut ist die Induktion von oxidativem Stress. So kann die Exposition der Haut mit Ozon zu einer Aktivierung des arylen Hydrokarbonrezeptors führen, was die Expression verschiedener Cytochrom P450 Gene induziert hat [1]. Ähnliche Resultate wurden auch mit Benzo[a]pyren oder Zigarettenrauch gefunden. Zu ozonverursachtem oxidativem Stress gehört z.B. die Lipidperoxidation. Weiter ist die Oxidation von Squalen im Talg durch Luftverschmutzung bekannt. Ozon kann auch die Hautmikroflora beeinflussen und Stickstoffdioxid war mit einer Zunahme von Hautunreinheiten assoziiert. Diese erwähnten Auswirkungen führen allgemein zu schnellerer Hautalterung, was sich z.B. in der Bildung von Falten und Elastizitätsverlust, sowie Dispigmentierung (z.B. Altersflecken) zeigt.

 

Maßnahmen

Schutz vor chemischen und volatilen Schadstoffen bieten Anwendungen, die den Kontakt dieser Stoffe mit der Haut unterbinden, aber auch Antioxidantien wie beispielsweise Vitamine oder Carotinoide. Chemische Verbindungen, die mittels Feinstaub auf die Haut gelangen, können mitunter auch abgewaschen werden oder deren Anhaftung vermindert werden. Da UV-Licht die Wirkung von chemischen Verbindungen verstärken kann, ist die Exposition der Haut mit Sonnenlicht (vor allem über Mittag) möglichst zu vermeiden oder es ist ein entsprechender Sonnenschutz zu verwenden.

 

Nachweismethoden der Auswirkungen

Grundsätzlich eignen sich Methoden, mit denen eine Hautalterung dokumentiert werden kann, wie bildgebende Verfahren (z.B. VISIA CR), oder Verfahren, mit denen die Hauttopographie gemessen werden kann, um Falten oder Elastizitätsverlust zu zeigen. Oft verwendete Geräte dazu sind z.B. Primos, AEVA-HE und Cutometer. Weiter kann der Talggehalt auf der Hautoberfläche mittels Sebutape® oder Sebumeter® gemessen werden.

 

Literatur

[1] E. Araviiskaia et al. The impact of airborne pollution on skin, JEADV (2019) 10.1111/jdv.15583, https://doi.org/10.1111/jdv.15583
[2] Fu et al. Phototoxicity and Environmental Transformation of Polycyclic Aromatic Hydrocarbons (PAHs)—Light-Induced Reactive Oxygen Species, Lipid Peroxidation, and DNA Damage, J Environ Sci Health Part C, Environ Carcinog Ecotoxicol Rev 2012; 30:1–41, https://doi.org/10.1080/10590501.2012.653887