Anti-Pollution Matrix – Schädigung – Klinisch – Graue / Fahle Haut

Graue / Fahle Haut

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Erklärung

Im Allgemeinen ist graue oder fahle Haut kein klar definierter Begriff, sondern ein subjektiver Befund, der abhängig vom Hauttyp unterschiedlich wahrgenommen wird. Feinstaubpartikel aus der Luft können sich auf die Haut absetzten, wodurch hierdurch der Teint der Haut (Fahle Haut (engl. dull skin)) verändert werden kann [1, 2]. Die altersbedingte Bildung von Glykationsendprodukten (AGEs) und Lipofuscin, können den Hautton verändern und ihn fahl erscheinen lassen. AGEs entstehen durch oxidativen Stress in der Haut. Auch die altersbedingte Akkumulation von Chromophoren wie Melanin kann zu Veränderungen des Hauttons führen.

 

Auswirkung für die Haut

Graue oder fahle Haut ist ein alterungsbedingtes Phänomen. Sie ist eine Folge von Zell- und Gewebeschäden, die durch Exposition der Haut an Sonnenlicht, Luftverschmutzung oder ähnlichem entstehen. Graue oder fahle Haut kann ein ästhetisches Problem darstellen. In einer Studie mit Chinesischen Probandinnen wurde gezeigt, dass Probandinnen, die in stärker verschmutzter Luft leben, die Hautfarbe negativ beeinflusst war, als bei Probandinnen, die in einer Region mit weniger verschmutzter Luft leben [3]. Weiter wurde gefunden, dass die Indizierung des Arylhydrokarbonrezeptors durch Verschmutzung zur Aktivierung des Enzyms Tyrosinase führte. Tyrosinase ist essentiell für die Synthese des Melanins in der Haut, weshalb Verschmutzung über diesen Weg zu einer veränderten Hautfarbe führen kann [4].

 

Maßnahmen

Eine u.a. verstärkte Luftschadstoffkonzentration etc. sollte, wenn möglich, vermieden werden, um der Entstehung von u.a. oxidativem Stress/ freien Radikalen entgegenzuwirken. Weiter sind Hautreinigung und filmbildende Schutzcremes, sowie Wirkstoffcremes mit zum Beispiel Antioxidantien hilfreich. Für Soforteffekte, um den Hautton aufzufrischen, kann auch dekorative Kosmetik verwendet werden

 

Nachweismethoden der Auswirkungen

Zur Ermittlung der Melanindichte in Haut (in vivo/ ex vivo) kann ein Melanin-Messgerät angewendet werden [5].

Mittels hyperspektralem Imaging kann ebenfalls der Melaningehalt in Gewebe in vivo bestimmen werden.

Um den Melaningehalt in Hautexplantaten zu untersuchen, können histologische Untersuchungen herangezogen werden, die Quantifizierung des Melaningehaltes aus Zell-/ und oder Hautlysaten kann über Fluoreszenz erfolgen. Hierbei kann die Masson-Fontana Färbung oder die Warthin-Starry Färbung angewendet werden.

Glykationsendprodukte können mit nicht-invasiver, Messtechnik in der Haut ermittelt werden.

Weiter können bildgebende Verfahren oder solche, mit denen die Hautfarbe ermittelt werden kann, wie Chromameter, nützlich sein.

Freie Radikale stellen die Grundlage für nachgeschaltete physiologische Reaktionen dar, weshalb die Elektronenspinresonanz (ESR) Spektroskopie ebenfalls als effektive Nachweismethode in Geweben eingesetzt werden kann, um die Auswirkung exogener/ endogener Faktoren auf die Radikalinduzierung zu beurteilen.

 

 

Literatur

[1] I.D. Stephen, V. Coetzee, M. Law Smith, D.I. Perrett, Skin blood perfusion and oxygenation colour affect perceived human health, PLoS One, 4 (2009) e5083, https://doi.org/10.1371/journal.pone.0005083
[2] J.P. Ortonne, Normal and abnormal skin color, Ann Dermatol Venereol, 139 Suppl 4 (2012) S125-129, DOI: 10.1016/S0151-9638(08)70071-1
[3] A. Nkengne, J. Robic, B. L. Lua. The effect of air pollution on the skin colour and tone of Chinese women: A multicentre cohort study. Skin Res Technol, (2021) 27(3):428-434. DOI: 10.1111/srt.12953
[4] S. Luecke, M. Backlund, B. Jux, C. Esser, J. Krutmann, A. Rannung. The aryl hydrocarbon receptor (AHR), a novel regulator of human melanogenesis. Pigment Cell Melanoma Res. (2010) 23:828–833. DOI: 10.1111/j.1755-148X.2010.00762.x
[5] T. Dwyer, H. K. Muller, L. Blizzard, R. Ashbolt, G. Phillips, The use of spectrophotometry to estimate melanin density in Caucasians. Cancer Epidemiol Biomarkers Prev. 1998 Mar;7(3):203-6. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/9521433/