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Rauch

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Erklärung

Rauch, z.B. auch Tabakrauch ist eine komplexe Mischung aus einer Vielzahl verschiedenster chemischer Komponenten unterschiedlicher Stoffklassen, die entweder frei in der Gasphase oder partikelgebunden vorliegen [1]. Die chemische Zusammensetzung variiert je nach Rauchart entsprechend der Konzentration als auch Partikelgröße und Ladung der Einzelkomponenten. Zu den Inhaltsstoffen mit dem höchsten Potential toxische Effekte im Körper auszulösen, gehören u.a.1,3-butadiene Ammoniak, Arsen, Benzol, Blausäure, Schwermetalle wie Blei, Cadmium, Chrom, Formaldehyd, Kohlenmonoxyd und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffverbindungen (PAKs). Die in Zigarettenrauch enthaltenen Schwermetalle. beeinflussen entweder als Toxin direkt den Organismus oder führen als Katalysatoren physiologischer Prozesse vermehrt zu oxidativem Stress [2].

 

Auswirkung für die Haut

Die Exposition von Rauch löst im Körper eine Vielzahl von Prozessen aus, die in der Summe zu vorzeitiger Hautalterung führen. Die zugrundeliegenden Mechanismen dafür sind noch nicht vollständig erforscht. Es gibt Anhaltspunkte für einen Zusammenhang zwischen Tabakrauch und Atopischer Dermatitis, Psoriasis und Lupus erythematodes, allerdings keinen für das Auslösen von Hautunreinheiten. Eine Rauchexposition kann aber z.B. auch die Entstehung von sogenannten Altersflecken begünstigen. Prinzipiell sind Altersflecken die Folge einer Schädigung der Haut durch langjährige UV-Bestrahlung beziehungsweise durch dabei vermehrt auftretende freie Radikale. Rauch fördert ebenfalls die Bildung freier Radikale. Bei langjähriger Rauchexposition ist eine Verringerung der Dicke des Stratum Corneums zu beobachten sowie eine auffällige Verstärkung von Falten an Nase und Runzeln im gesamten Gesichtsbereich [3, 4].

 

Maßnahmen

Zum Schutz vor oxidativem Stress können topisch Antioxidantien auf die Haut gebracht werden. Um synergistische Effekte von Rauch und Sonnenlicht zu vermeiden, sollte ein angemessener Sonnenschutz angewandt werden. Auch sind Produkte, die eine Schutzschicht herstellen oder die Penetration der Schadstoffe reduzieren, angezeigt.

 

Nachweismethoden der Auswirkungen

Inhaltsstoffe von Rauch lassen sich mit verschiedenen Methoden wie HPLC oder MS identifizieren. Die Elektronenspin-Resonanz (ESR)-Spektroskopie ist eine empfindliche nicht-invasive Methode zum Nachweis von Radikalbildung im Gewebe (in vivo/ex vivo) und auch in Zellen. Der Einsatz verschiedener ESR-Sonden erlaubt die Quantifizierung und Charakterisierung von Radikalen u.a. nach Rauchexposition. Im Sebum kann auch Squalenoxidation durch Malondialdehyd nachgewiesen werden.

 

Literatur

[1] Alan Rodgman, Thomas A. Perfetti, The Chemical Components of Tobacco and Tobacco Smoke, 2013, DOI: 10.1201/b13973
[2] David BernhardAndrea RossmannGeorg Wick, Metals in cigarette smoke, IUBMB Life, 2005 Dec;57(12):805-9. https://doi.org/10.1080/15216540500459667
[3] TE Novotny, SA Bialous, L Burt, C Curtis, VL da Costa, SU Iqtidar, Y Liu, S Pujari, ET d'Espaignet, The environmental and health impacts of tobacco agriculture, cigarette manufacture and consumption, Bulletin of the World Health Organization 2015;93:877-880. DOI: 10.2471/BLT.15.152744
[4] Yazdanparast T, Hassanzadeh H, Nasrollahi SA, et al. Cigarettes Smoking and Skin: A Comparison Study of the Biophysical Properties of Skin in Smokers and Non-Smokers. Tanaffos. 2019;18(2):163-168.  PMC7230126